Test Rodec Bunk 01 Phono Pre

Diesen schön aussehenden Phono Pre mit Lautstärkeregelung und Line In, habe ich aus beruflichen Gründen getestet und möchte diesen Mini-Test auch hier veröffentlichen.

    Der CEO von Rodec gab mir vorab ein paar Infos. Zusammengefasst:
    There are 2 phono circuits in the bunk:

    • MX 180: the same design as our 1989 MX180 DJ console: punchy and vibrant. Ideal for electronic muisc
    • Discrete circuit: new discrete design, deep, smooth and open. ideal for well recorded music with real instruments.

    Der Unterschied ist aber wirklch schwierig heraus zu hören, was auch der Hersteller bestätigte:

    It’s subtle, but it’s there. The difference is clear on original 70s recordings of things like alan parsons project. It’s also clear on recent stuff like daft punk’s random access memories. It may not be very clear on heavily mastered or busy stuff.

    Hier die FG Messung bis 22kHz, wobei die RIAA-Kurve als Korrektur File hergenommen wurde.

    Der besagte MX180 Filter, der eher subtil zu messen ist 🙂 Gemessen wurde nur ein Kanal.

    Die Filter tun was sie sollen:

    Der Hörtest viel sehr positiv aus. Der Bunk spielt wunderbar dynamisch und knackig auf, was sehr viel Spaß gemacht hat. Bei Jazz kann es manchmal etwas zu viel sein, aber wenn es in Richtung elektronische Musik geht, dann geht der Daumen nach oben. Die Möglichkeit einen zusätzlichen Line Eingang samt EQ zur Verfügung zu haben, ist eine super Kombi.

    Supex 900 Super

    Nach 260 Plattenseiten habe ich den von Werner Ulber retippten Tonabnehmer mit Adjust+ nachgemessen.

    Das Resultat kann sich sehen lassen.
    Zur kurzen Aufklärung:
    Mono L/R sagt aus wie gleich die Pegel vom linken und rechten Kanal sind.
    L>R bzw. R>L sagt aus wie hoch die Kanaltrennung von den beiden Kanälen ist.
    Ganz rechts steht wie phasengleich die Signale sind.

    Rega Tonarmlift Reparatur – Neubefüllung / Schröder No.2

    Dieser Tonarm ist ja schon etwas älter und der Lift senkte sich in letzer Zeit immer schneller ab. Nachdem es fast ein freier Fall war, entschloss ich mich diesen auszuwechseln, allerdings sind die neuen Regalifte im Durchmesser ca. 0,2mm zu groß. Frank Schröder schrieb mir schon einmal, dass der verbaute Lift schwer zu öffnen sei. Schwer ist aber untertrieben. Ich musste mir eine Spannhülse anfertigen und diese auf der Drehbank im 4-Backen Futter spannen, um das verklebte Gewinde zu lösen.

    Rechts der zerlegte neue Lift, welcher einen größeren Durchmesser aufweist

    Im Edelstahlhebel ist eine Nut eingefräst, die dafür sorgt, dass der Messingstempel/Lift nach oben geschoben wird. Leider ist die Fertigungskante so scharf, dass sich diese mit der Zeit tief ins Messing eingräbt und für Verschleiß sorgt.

    Selbst am neuen Lift zeigte sich schon eine Abnutzung.

    Ich habe die Kante minimal abgerundet und mit Diamantpaste poliert

    Danach wurde der Lift neu mit 500.000 Silikonöl befüllt und zusammengebaut. Er senkt sich nun schön langsam. Auf Youtube ist darüber ein Video zu finden. „Rega tonearm lift repair / refilling / disassembly – From a Schröder No.2“

    Justage/Optimierung Azimuth Supex 900 Super mit Adjust+

    Das Supex wurde von Ulber Audio retippt und spielt schon einige Zeit sehr zufriedenstellend an meinem HM3 Übertrager. Den Azimuth hatte ich nur optisch mit der Acrylglaslehre eingestellt. Mit Adjust+ gemessen, ergab sich eine Kanaltrennung von ca. 30dB bei einer Kanalungleichheit von 0,4dB. Der Phasenwinkel lag sehr weit auseinander.

    In der folgenden Grafik sieht man diese erste Messung ganz oben. Beim Magnetfaden-Schröder sitzt des Gegengewicht recht stramm auf dem Tonarmrohr und da der Azimuth durch das Verdrehen eingestellt wird, so kann es schon einige Zeit dauern, bis man am Optimum ist.

    Die Wasserwaage ist bei dem Arm eigentlich nicht zu gebrauchen, soll aber die Rotation grob verdeutlichen.

    Bild 1 links oben entspricht der ersten Messung mit einer Kanaltrennung von ca. 30dB.
    Bild 6 rechts unten entspricht der finalen Messung mit ca. 38dB Kanaltrennung.

    Übertrager für ein Supex 900

    Da ich ein sehr schönes Supex von Hr. Ulber erhalten habe und dieses einen nur sehr geringen Output von um die 0,2mV besitzt, kam die Idee einen SUT zu bauen.

    Die Wahl fiel auf einen Hashimoto HM-3, welcher im Verhältnis 1:20 laufen soll. Der Service von Acoustic Dimension in den Niederlanden war hervorragend. Herzlichen Dank an Peter de Bruyn! Das Gehäuse fräste ich aus einem massiven Alublock, welcher durch ein Sandwich aus Mu-Metall und Bronzeblech geschirmt wurde. Das schwärzliche Alu kommt vom erfolglosen Brünierungsversuch. Später sollen noch hochwertigere Ausgangskabel von Heiko Wingender verbaut werden. Ansonsten wurde Neotech SOST-30 solid silver wire verwendet.

    Der fertige SUT sieht dann so aus und spielt sehr schön. Das Supex hörte ich auch ohne mit 76dB Verstärkung an der Pass, allerdings war hier das Klangbild rauher.

    Air Tight / Acoustic Masterpiece T-01

    Eher durch Zufall bin ich an dieses seltene Modell gekommen. Dass davon in Deutschland nur 2 Stück ausgeliefert wurden, erfuhr ich erst später vom deutschen Vertrieb Axxis. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick. Kein Bohrturm, einfach schlicht und filigran…

    Insgesamt sind es 22 Kilogramm, wobei der Teller von einem recht schwachen, aber unfassbar leisen Synchronmotor, per 1mm Silikonriemen angetrieben wird.

    Drehzahlregelung über die 2 Potis

    Die höhenverstellbaren Standfüße haben integrierte, sich abstoßende Magnete, um eine Abkopplung von der Standfläche zu garantieren.

    Durch einen Druck lässt sich die aktuelle Geschwindigkeit über ein LCD-Display ablesen. Hierfür ist unter dem Teller eine Lichtschranke eingebaut.

    Das Magnetlager besteht aus einer Bronzebuchse und einer Keramikachse. Über eine Stahlkugel kann diese Keramikachse feinfühlig angekoppelt werden. Auf dem ersten Bild ist die Rändelschaube zu sehen, mit der diese Kugel in der Höhe verändert wird (Laufwerksunterseite). In meinem Fall habe ich den Teller nur ca. 0,2-0,3mm über diese angehoben. Durch das Magnetlager wird hier nur ein minimaler Kraftschluss gebildet. Der Teller kann ganz leicht zwischen 2 Fingern am Mitteldorn angehoben werden.

    Die Tonarmbefestigung ist etwas tricky, um es vorsichtig auszudrücken. Ein Praktiker hat sich die Befestigung von UNTEN nicht ausgedacht. Zur Bestimmung des Montageabstands habe ich mir eine kleine Hilfe aus Acryl gefertigt.

    Was sofort klanglich auffiel, war das sehr ruhige und hochauflösende Klangbild. Der Schröder Magnet/Faden Tonarm hat daran natürlich auch seinen Anteil. Feinste Nuancen wie das Ende von Hallfahnen waren ungewöhnlich lange zu hören. Andere Konzepte, wie Direktantrieber haben einen anderen Ansatz. Hier scheint der Entwickler durch den relativ drehmomentschwachen, aber äußerst ruhigen Motor, die dünne Silikonschnur und das Magnetlager auf eine möglichst große Entkopplung vom Antrieb zum Laufwerk gesetzt zu haben. Für mich ist das Konzept mehr als erfolgreich umgesetzt worden.

    Puresound P10

    Ein Moving-Magnet Röhrenvorverstärker mit einer ECC88 und einer ECC83 Doppeltridode, designed von Guy Sergeant, den es schon seit ca. 18Jahren gibt.

    Die Schaltung ist eine recht einfache Anodenfolgerkonfiguration. Dabei wird die RIAA-Entzerrung rein passiv hergestellt. Eine negative Rückkopplung gibt es auch nicht. Negative Zeit- bzw. Phasenverschiebungen einer aktiven Entzerrungsstufe sollen so verhindert werden.

    Hauptaugenmerk wurde auf die Bauteileselektion und die Stromversorgung gelegt.

    Guy Sergeant schreibt dazu:

    The P10 features a particularly elaborate HT power supply.  After the initial rectification and smoothing, the supply is split and two separate, heavily decoupled high voltage rails are established. These feed each half of the output valve while further decoupling of each rail allows the cleanest and most independent voltage rails possible to feed each half of the input valve.  The absolute stability of this supply regardless of the demands made by the audio signal on the circuit, lends the P10 a stability and poise which allows effortless reproduction of the most demanding source material. 

    The valve filaments are also fed by a DC supply thereby ensuring constant operating conditions for the amplifier.  

    The circuit makes use of close tolerance metal film resistors, polypropylene signal coupling capacitors and selected valves.

    Das Gerät wiegt ca. 6kg und 215x360x90mm groß und verstärkt mit 40dB

    Bislang hat jeder Röhrenphonovorverstärker bei mir leicht bis stark gebrummt. Dieser nicht! Selbst bei geöffnetem Gerät streut nichts von den benachbarten Geräten ein. Der Störabstand wird mit 70-80dB(A) angegeben.

    Original ist eine russische Röhre und eine, wie ich meine, chinesische verbaut. Auf einer stand selektiert, was auch stimmt. Leider war die Röhre aber auch verbraucht und das Gerät war neu. Nicht schön…. 57% vom Neu- bzw. Sollwert!

    Ich setzte dann eine Valvo E88CC und eine Telefunken Smooth Plate ECC83 ein.

    Diese schwarze Kiste macht einfach nur wunderbar Musik. Eine tolle Räumlichkeit, Auflösung und einem Schuss analoger Wärme. Eine Telefunken und Siemens Halske E88CC testete ich noch, wobei die Siemens einen atemberaubenden Mittenbereich zaubert. Sie ziehen diesen aber auch in den Vordergrund. Die Telefunken liegt klanglich zwischen Valvo und Siemens, wobei ich mich dann für die Erstere entschied. Die Valvo klingt unheimlich sauber und klar. Demnächst bekomme ich noch eine Mullard und Valvo ECC83 zum testen.

    Schröder No.2 FW Tonarm und die Justage

    Da ich von dem Artemis/CB Tonarm sehr begeistert bin, habe ich mich auf die Suche nach einen Faden / Magnetlager Schröder gemacht. Es ist wirklich nicht einfach hier am Gebrauchtmarkt einen zu finden, aber nach einiger Suche hat es dann doch geklappt.

    Hinten links der No.2 FW und rechts der CB/Artemis

    Hier möchte ich nochmals ausdrücklich Ekki für die vielen Tips danken. https://medialux.blog/
    Ohne seine Hilfe, hätte die Einstellung des Armes sicherlich um einiges länger gedauert.

    Magnetspalt auf ca. 0,3mm einstellen – VTF auf ca. 1Gramm
    Armrohr parallel zur Platte
    Überhang einstellen
    Winkel-Ausrichtung nach Linie auf der Schablone
    Ohne Auflagematte entspricht die Messebene die einer 180Gramm Platte. Dies ist beim Magnetlager wichtig.
    Azimutheinstellung durch Drehung des Gegengewichts. Das Gegengewicht besitzt ein leicht exzentrisches Mittelloch, sodass sich der Azimuth beim Verdrehen feinfühlig einstellen lässt und der Massenversatz möglichst gering ausfällt. (ich zitiere hier Frank :-))
    Ich habe mir den VTA-Block zur Hilfe genommen, um die Drehung zu verändern, bis die Kanaltrennung und Phase bestmöglich waren.
    Wichtiger als die Kanaltrennung war mir die Phasengleichheit, sprich die unterste Einstellung.

    Von Frank Schröder wurde noch angemerkt: Beim Magnetlager der SQ Arme ist es übrigens nahezu egal, ob die Auflagekraft auf Platten-Niveau gemessen wird oder davon um bis zu +/- 2,5mm abweicht. Dies TROTZ eines gegenüber dem Drehpunkt deutlich unterhalb liegenden Schwerpunktes des GG.

    Der Sonic Frontiers SFL-2 Röhrenvorverstärker

    Das Gerät besitzt ein getrenntes Netzteil und wurde 1993 auf den Markt gebracht und kostete 3800 Dollar. Stereophile betitelte ihn als „Class A recommended Component“.

    Hier ein paar Daten:

    • 25Kg weight
    • 8x ECC88 Tubes
    • Frequency Response 2Hz-100kHz +-0,5dB
    • Noise -85dB
    • max. Output Voltage 30V RMS unbalanced / 60V balanced
    • 23 Step Balanced Volume Attenuator (every step with precision metal film resistor)
    Hier mit modifizierter „Abdeckhaube“
    Lautstärkeregler mit Festwiderständen

    Hier noch einige Messungen, nachdem ich die original verbauten Röhren ersetzt habe. Es waren noch die originalen Sovtek verbaut. Erkennbar an den Sockelmarkierungen von Sonic Frontiers.

    Für Gain Stage und Input Buffer wurden 4 Stck. Telefunken E88CC verbaut und für die Cathode Follower 4x Valvo E88CC.

    Es folgen Messungen des Vorverstärkers mit dem Audiotester:

    Messung FG Audiointerface per Loopkabel
    Hier die FG Messung SFL-2 mit eingespeistem 1kHz Sinuston, Volume auf 12Uhr und 1V am Ausgang.
    Die Klirrmessung, incl. Noise (80db/0,1% THD+N)